Seetörn 1994:
Frankreich, Kanalinseln und England — 1920 sm ab/bis Heimathafen ESVK Kirchmöser

Route:

Rotterdam/Holland - Oostende/Belgien - Dunkerque/Frankreich - Boulogne - Le Havre - Cherbourg - St. Peter Port/ Guernsey - St. Helier/Jersey - Alderney - Überquerung des Ärmelkanals - Plymouth/England - Isle of White - Southhampton - Brighton - Dover - Calais/Frankreich - Nieuwpoort/Belgien - Zeebrugge - Rotterdam/Holland


Schleusen ohne Ende

Das Boot wurde an zwei Wochenenden über Minden und den Rhein nach Rotterdam gebracht.
Der Rhein ist eine Autobahn! Angela ist hier schon das erste Mal seekrank - das fängt ja gut an!
Katrin, Karin und Angela werden jetzt eine Woche lang in Rotterdam das Boot bewachen und haben genügend Zeit sich in der Stadt umzusehen bis der Rest der Mannschaft mit dem Zug anreist.

16.07.1994 - von Rotterdam nach Sint Annaland (Holland)
Endlich geht's los - nach einer Woche Aufenthalt verlassen wir Rotterdam! Das ist dann auch die erste Fahrt unter Segeln.

In Sint Annaland netten Yachthafen mit klugscheißerischen Nachbarn vorgefunden. Endlich wurden die Backskisten aufgeräumt. Kurze Ortsbesichtigung - netter kleiner Ort mit hübschen Kneipen.

17.07.1994 - von Sint Annaland nach Vlissingen
Duch endloses Karten suchen Abfahrt um eine Stunde verzögert. Haben versucht eine Brücke zu durchfahren, deren Höhe knapp der Höhe unseres Mastes entsprach - das Manöver gelang. Erste Schleuse von Zeeland in die Nordsee passiert. Abends Stadtbesichtigung. Angela und Gerd haben abends in der Kneipe das WM-Endspiel gesehen - Brasilien ist Weltmeister!


09.07.1994 - Ankunft in Rotterdam


51°23'N 3°21'E -
Karin wechselt
die Gastlandflaggen


Zwischen den Fähren muss man
erstmal eine Lücke erwischen!

18.07.1994 - von Vlissingen nach Oostende (Belgien)
Um 9:00 Uhr Schleuse von Vlissingen in die Nordsee genommen. An der holländisch-belgischen Grenze hat Karin feierlich den Flaggenwechsel am Steuerbord-Stag vorgenommen. Nachmittags in den North Sea Yacht Club eingelaufen. Stadtbesichtigung und Meeresfrüchte-Wettessen abgehalten.

19.07.1994 - von Oostende nach Dunkerque (Frankreich)
Unterwegs musste Karin wieder ran und den Flaggenwechsel am Steuerbord-Stag vornehmen, denn ab jetzt segeln wir in französischen Gewässern. In Dunkerque haben wir einen kurzen Stadtrundgang gemacht. Die Stadt ist ganz nett, aber nicht überwältigend

20.07.1994 - von Dunkerque nach Boulogne
Der Käptn holt jeden Morgen die Brötchen. Allerdings läuft ihm dabei auch allerhand Getier über den Weg, das er dann kurzerhand mitbringt. Die Mannschaft muss dann sehen, wie sie damit klar kommt. Das nächste Ziel war eigentlich Calais, aber man kommt nur 2 Stunden vor Hochwasser in den Hafen. Wir waren viel zu früh dran und segeln einfach weiter nach Boulogne - keine schlechte Wahl! Abends in Boulogne wieder der obligatorische Stadtrundgang und ein Muschelessen in der Kneipe (Warum bekommen wir eigentlich kein Besteck?).

21.07.1994 - von Boulogne nach Dieppe
Haben im Törnplan Le Treport übersprungen da das gleiche Problem wie in Calais. Wir hatten beste Absichten uns den offensichtlich lauschigen Ort anzusehen und Smut Karin hat vorgeschlagen die Warterei auf das Hochwasser mit dem Mittagessen zu überbrücken. Aber nach kürzester Zeit vor Anker war der halben Mannschaft schlecht von der Dünung des auflaufenden Wassers und der Vorschlag des Käptn's nach Dieppe weiter zu segeln wurde von allen dankbar angenommen.

22.07.1994 - von Dieppe nach Fécamp
Haben die Steilküste von Fécamp erklommen und sind auf dem Bauch bis an den Abgrund gekrochen - Geländer kennen die Franzosen nicht!
Karin und Gerhard gehen hier von Bord und fahren mit dem Zug nach Hause. Von jetzt an sind wir nur noch zu dritt.

23.07.1994 - von Fécamp nach Le Havre
Unterwegs sind wir an der Steilküste von Étretart entlanggesegelt. Hatten leider keine gute Postkartenansicht, da das Wetter sehr diesig war. Le Havre ist keine schöne Stadt - für unseren Geschmack zu modern. Auf der Suche nach einem Restaurant in dem man Froschschenkel essen kann sind wir doch wieder bei den Muscheln hängengeblieben, haben es uns diesmal aber professionell erklären lassen (und siehe da: man braucht gar kein Besteck!).

24.07.1994 - von Le Havre nach Grandcamp-Maisy
Vor der Abfahrt in Le Havre noch getankt. Wollten eigentlich nur bis Port en Bessin - dort gibt es allerdings keinen ausgebauten Yachthafen. Es war uns zu unsicher auf die Flut zu warten und uns den Hafen mal anzusehen - sind deshlab gleich weiter. Wir haben den Null-Meridian überschritten und segeln ab jetzt auf westlicher Länge!


Steilküste von Étretart


Trockendock auf französisch (Le Havre)


Mont Saint Michel

25.07.1994 - von Grandcamp Maisy nach Cherbourg
Grandcamp Maisy ist ein hübscher kleiner Ort. Haben morgens eine Fischauktion miterlebt. Sind unterwegs dann an den Isles Saint Marcouf vorbeigesegelt. Unterwegs im Atlantik gebardet (verdammt kalt). Haben wieder einen kleinen Hafen übersprungen da uns das Warten auf das Hochwasser zu lange dauerte - haben jetzt schon 4 Tage Vorsprung vor unserem Plan. 26.07.1994 - Ruhetag mit Landausflug nach Mont Saint Michel und Saint Malo
Wir haben uns ein Auto genietet und einen Ausflug in die Bretagne gemacht.


Saint Malo

27.07.1994 - von Cherbourg nach St. Peter Port auf Guernsey
Haben unsere erste Kanalinsel Guernsey erreicht - die Insel ist lovely! Die erste Nacht verbringen wir im Außenhafen und erleben einen richtigen englischen Neben so dick wie Milchsuppe. Obwohl wir ja Frankreich immernoch näher sind als England ist hier schon alles very british. Am nächsten Morgen werden wir von der Harbour Control in den Yachtclub eingewiesen.

28.07.1994 - St. Peter Port
Ruhetag auf Guernsey mit Inselrundfahrt und Abendessen bei "Oscars". Hier auf den Kanalinseln läuft alles sehr korrekt ab (Zollerklärung!), aber die Menschen sind überaus freundlich und zuvorkommend.

29.07.19994 - von St. Peter Port/Guernsey nach St. Helier/Jersey
Sind von einer Kanalinsel auf die andere gefahren. Wie sich sofort herausstellt, nehmen es die Kanalsinseln mit ihrer Unabhängigkeit vom Mutterland ziemlich genau: die Telefonkarten und Briefmarken von Guernsey sind auf Jersey schon wertlos!

30.07.1994 - St. Helier
Ruhetag auf Jersey. Die Inselrundfahrt war ein Reinfall, da sie in eine Shopping-Tour mündete (zollfreier Einkauf!). Im Allgemeinen fanden wir Jersey ganz nett, aber Guernsey besser.

31.07.1994 - von St. Helier nach Alderney
Haben die für uns letzte Kanalinsel angelaufen: Alderney. Die Insel hat keinen Yachthafen und wir haben an Moorings im Hafenbecken angelegt. Dann muss man ein Wassertaxi anrufen, das einen auf die Insel bringt.
Alderney gehört zu Guernsey und wir sind hier unsere Postkarten losgeworden und haben unsere Telefonkarten abtelefoniert.

01.08.1994 - von Alderney nach Plymouth (Kanalüberquerung)
Rechtzeitig zur Kanalüberquerung kam der Wind wieder! Die Fahrt war nicht unbedingt schön, aber ein Erlebnis - besonders die Dünung vom Atlantik!

02.08.1994 - Plymouth
Ruhetag und erster Regentag in England. Die Stadt ist ganz hübsch. Es wird jetzt königlich: wir liegen in der Queen Anne's Battery Marina. Auf dem Tagesplan stand eine Busrundfahrt und der Besuch einer Gin-Destillerie. Am Abend haben wir Muttis Geburtstag im Fischrestaurant gefeiert.

03.08.1994 - von Plymouth nach Dartmouth
Das Anlegemanöver von Dartmouth werden wir alle so schnell nicht vergessen - nicht nur wegen der Rosamunde-Pilcher-Kulisse im Hafen, sondern vor allem weil wir fast mit einer Brücke kollidiert wären. Der Rückwärtsgang hatte versagt und vom Vorschiff aus sah es so aus, als ob der Käptn gleich eine Herzattacke erleidet. Alles ging nochmal gut und nach der abendlichen Motorreparatur war auch dort alles wieder o.k.
Dartmouth ist einer wunderschönes Örtchen!

04.08.1994 - von Dartmouth nach Torquay
Wir wollten eigentlich Exmouth anlaufen, auf der Seekarte ist aber kein Yachthafen verzeichnet. Deshalb sind wir gleich weiter entlang der englischen Riviera nach Torquay gesegelt. Torquay ist ein gemütlicher Badeort.

05.08.1994 - von Torquay nach Weymouth
Abends machen wir einen Stadtrundgang durch Weymouth. Unsere Mutter hatte Angst, dass wir bei Nacht auf dem Trockenen liegen müssen, was sich aber als falsch herausgestellt hat. Auf die Berechnungen des Käptns ist Verlass!

06.08.1994 - von Weymouth nach Cowes/isle of Wight
Wir sind an den Needles vorbeigesegelt und durch den Solent auf die Isle of Wight gelangt. Dabei haben wir die Startlinie des Admiral's Cup überquert (in umgekehrter Richtung natürlich).
Machen einen Tag Pause in Cowes. Wir erleben noch das Enden der Cowes Week und sehen uns alle "wichtigen" Yachtclubs auf der Insel an, u.a. das Royal Yacht Squadron, einen Privatclub. Abends gibt's nochmal ein Muschelessen.

08.08.1994 - von Cowes nach Southampton
Kurze Fahrt durch das Southampton Water in die Marina von Southapmton. Wir machen eine Stadtrundfahrt und dann geht es zu Fuß weiter. Abends haben wir den Vater zum Friseur geschickt, denn der sieht langsam aus wie ein Seeräuber. Danach ging's in den nächstgelegenen Pub.

09.09.1994 - von Southampton nach Portsmouth
Angela hat sich für die falsche Fock entschieden. Dadurch war die Fahrt etwas ungemütlich, zum Glück aber kurz. In Portsmouth haben wir das Groß und die 24 qm-Fock zum Segelmacher gegeben. Wir sehen uns die Stadt an und gehen ins Marinemuseum mit seinen historischen Schiffen.

10.09.1994 - London
Für heute war Windstärke 8 aus SO angesagt. Außerdem sind unsere Segel noch beim Segelmacher. Also setzen wir uns in den Zug und fahren nach London.

11.08.1994 - von Portsmouth nach Brighton
In Brighton besichtigen wir abends nur die Marina. Von der Stadt an sich sehen wir nicht viel, denn die Marina liegt viel zu weit außerhalb. Die Marina ist aber eine kleine Stadt für sich mit allem drum und dran. Angela geht abends ins Kino.

12.08.1994 - von Brighton nach Dover
Eigentlich wollten wir noch Newhaven, Hastings und Folkstone anlaufen - diese Orte haben aber alle keine Yachthäfen. Daher sind wir bis Dover durchgesegelt und liegen jetzt 3 Tage im Vorsprung zu unserem Törnplan. Zuerst lagen wir an der Boje vor den White Cliffs of Dover und sind dann morgens um 2.00 Uhr noch in den Yachthafen gekommen.

13.08.1994 - Dover
Ruhetag mit Stadtbesichtigung und Klippenbesteigung in Dover.

14.08.1994 - von Dover nach Calais
Ruhige Fahrt über den Kanal! Wir kamen genau rechtzeitig in Calais an, um noch in den Hafen zu kommen. Calais selbst ist nicht überwältigend.

15.08.1994 - von Calais nach Nieuwpoort
Haben heute Frankreich schon wieder verlassen und sind jetzt in Belgien. Abends besichtigen wir Nieuwpoort, einen hübschen Ort in dem aber nicht viel los ist. Zum Abendessen gibt es Muscheln ohne Ende - wir fressen jetzt nur noch aus Angst, dass wir bald keine frischen Muscheln mehr bekommen werden!
Außerdem kommt in Nieuwpoort die Wasserschutzpolizei an Bord. Ergebnis: uns fehlt das Flaggenzertifikat!!!

16.08.1994 - von Nieuwpoort nach Zeebrugge
Schöne Spinackerfahrt nach Blankenberge! Hier gab es eine kurze Stadtbesichtigung und ein paar Schnecken. Dann geht es weiter nach Zeebrugge.
Zeebrugge ist enttäuschend, denn es besteht nur aus Hafen und ein paar Kneipen.